
Die Natur hat den Menschen mit der Fähigkeit ausgestattet, vier verschiedene Geschmacksrichtungen zu schmecken: süß, sauer, salzig und bitter. Dies geschieht mit Hilfe verschiedener Geschmackspapillen auf unserer Zungenspitze und Bitteres nehmen wir nur am Zungengrund wahr. Der Geruchssinn ist aufs Engste mit dem Schmecken verknüpft.
Wir essen zuwenig Bitteres und zuviel Süße. Analysieren wir unsere Nahrung, so stellen wir fest, dass wir zwar täglich Salziges, Saures und Süßes zu uns nehmen, der bittere Geschmack jedoch fast völlig fehlt. Ganz offensichtlich haben wir aus unserer Ernährung bittere Substanzen weitgehend eliminiert und sie durch Süßes ersetzt. Dabei bringt das Fehlen von bitteren Geschmacksreizen auf Dauer ein Ungleichgewicht in unser Stoffwechselgeschehen.
Bitterstoffe ganz allgemein wirken auf die Leber. Eine Parallele dazu ist sicherlich, dass die Leber den Gallensaft produziert, der eine extrem bittere Flüssigkeit ist. Wie wichtig die Leber für unsere Gesundheit ist, kann hier nur angedeutet werden. Zunächst einmal produziert sie Gallensaft. Dieses Sekret wird innerhalb der Leber durch ein Leitungssystem in die Gallenblase geführt, gesammelt und von dort in einem bestimmten Rhythmus, je nach Anforderung, in den Dünndarm entlassen.
Dort ist der Gallensaft dafür verantwortlich, Fettstoffe aus unserer Nahrung aufzuspalten und zu emulgieren. Zu den komplizierten und vielfältigen Funktionen der Leber gehören auch die Speicherung von Glykogen (= Blutzucker), das wohldosierte Freisetzen von Glykogen ins Blut als Energie-Brennstoff, der Abbau von Eiweißen, die Speicherung von Kupfer, Eisen und anderen Spurenelementen für die Blutbildung, die Neubildung von Zellen und der Abbau von Giftstoffen. Umweltgifte aller Art, Schwermetalle, Chemikalien und Pestizide aus Nahrung und Trinkwasser, synthetische Arzneimittel – mit all diesen fremden Substanzen muss unsere Leber fertig werden. Fazit: Unser Leben hängt davon ab, ob unsere Leber optimal funktioniert.